Zukunftsfähige Organisationsentwicklung für Kirche und Diakonie
Anforderungsbezogene Kompetenzprofile für Diakon*innen
Wie können Kirchen und diakonische Organisationen ihre Arbeit so weiterentwickeln, dass sie veränderungsfähig, klar strukturiert und zugleich menschennah bleibt? Genau hier setzt ein Forschungsprojekt der FH der Diakonie in Kooperation mit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an.
Seit etwa einem Jahr werden anforderungsbezogene Kompetenzprofile für Diakon*innen entwickelt – als strategisches Instrument moderner Organisationsentwicklung in Kirche, Kirchenkreisen, Regionen und Gemeinden.
„Uns war von Anfang an wichtig, die Kompetenzprofile nicht theoretisch am Schreibtisch zu entwickeln, sondern konsequent aus der Praxis heraus. Die Erfahrungen der Diakon*innen selbst sind der Schlüssel, um tragfähige und akzeptierte Grundlagen für Personal- und Organisationsentwicklung zu schaffen.“
— Sabine Rösner, Personalberatungsstelle Hannover
Forschung, die Wirkung entfaltet
Der Ansatz verbindet wissenschaftliche Fundierung mit hoher Praxisnähe. Herzstück ist das von Prof. Dr. Jörg Martens neu entwickelte Verfahren, das qualitative und strukturierte Elemente systematisch miteinander verbindet:
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Befragungen von Diakon*innen anhand bedeutsamer Schlüsselsituationen (Critical Incident Technique), um zu zeigen, was im Berufsalltag wirklich zählt
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Workshops, in denen Erfahrungen zu klaren, praxisnahen Kompetenzbereichen verdichtet werden
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Strukturierte Expert*innenbefragungen sorgen für Vergleichbarkeit, Transparenz und Anschlussfähigkeit
So entstehen Kompetenzprofile, die direkt aus realem beruflichem Handeln abgeleitet sind – wissenschaftlich fundiert und praxisnah.
Beispielkompetenz: Arbeitsbereiche eigenverantwortlich und potentialorientiert gestalten
Definition: Fähigkeit, im eigenen Verantwortungsbereich Potenziale und Grenzen zu erkennen, Gestaltungsspielräume zu nutzen und eigenverantwortlich Impulse zu setzen.
Diese Kompetenz steht exemplarisch für ein Berufsverständnis, das Verantwortung stärkt, Innovation ermöglicht und Mitarbeitende befähigt, Kirche aktiv mitzugestalten.
Ein Ansatz mit besonderer Stärke
Der Forschungsansatz eignet sich besonders, wenn sich berufliche Anforderungen verändern oder neue Arbeitsformen entstehen. Er ist ideal für:
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Gestaltung interprofessioneller Teams in kirchlichen Kontexten
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Klärung von Rollen, Verantwortungen und Schnittstellen
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Strategische Weiterentwicklung von Kirchen, Kirchenkreisen, Regionen und Gemeinden
„Die Kompetenzprofile geben uns eine belastbare Grundlage, um Personalentwicklung gezielt, transparent und zukunftsorientiert zu gestalten – für einzelne Diakoninnen ebenso wie für ganze Organisationseinheiten.“
— Henning Enge, Personalentwicklung Diakoninnen
Wichtig: Kompetenzen werden nicht „von oben“ definiert, sondern gemeinsam entwickelt – nachvollziehbar, anschlussfähig und breit akzeptiert.
In Folgeprojekten werden auf dieser Grundlage Kompetenzprofile für Leitungen von Kirchenkreisen erstellt. Damit wird der Ansatz von Prof. Dr. Jörg Martens konsequent weitergeführt – als wirksames Instrument, um kirchliche Organisationen zukunftsfähig, lernbereit und verantwortungsklar aufzustellen.

